Homöopathie bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Heuschnupfen homöopathisch behandeln

Globuli und Tropfen - Homöopathie bei Heuschnupfen

Homöopathie bei Heuschnupfen

Um Heuschnupfen sowie die Bereitschaft zu allergischen Reaktionen insgesamt nachhaltig zu behandeln, kann eine tiefergehende homöopathische Therapie sinnvoll sein. Diese kann auch als eine Art „homöopathischer Desensibilisierung“ gesehen werden: Desensibilisierung jedoch nicht im Sinne von „Unempfindlich machen“, sondern im Sinne einer inneren Neuordnung eines verwirrten und überreizten Systems.

Reine Symptomunterdrückung führt hier nicht zum Ziel, im Gegenteil: Aus Sicht meiner homöopathischen Erfahrung vertieft und verfestigt eine rein symptomatische Behandlung die Unordnung im Immunsystem sowie die daraus sich ergebende Neigung zu Heuschnupfen und weiteren allergischen Reaktionen nur noch mehr. Es kann zu Verschiebungen in andere Haut- bzw. Schleimhautbereiche kommen, beispielsweise in den Rachen- oder Kehlkopfbereich (Larynxödem), in die Bronchien (allergisches Asthma) oder in den Magen-Darmtrakt (Nahrungsmittelunverträglichkeit / Nahrungsmittelallergie bzw. Chemikalienunverträglichkeit / Chemikaliensensitivität)!

So wird eine Abhängigkeit von entzündungshemmenden Pillen und Sprays regelrecht produziert, das Vermeidungsverhalten gegen vermeintlich böse Allergene bestärkt und ein Kampf gegen Windmühlen beginnt, der nicht zu gewinnen ist.

Doch Vorsicht: Nur weil Sie homöopathisch hergestellte Globuli gegen Heuschnupfen einsetzen, heißt dies noch lange nicht, dass Sie auch Homöopathie betreiben! Symptomverschiebung ist auch mit homöopathischen Arzneimitteln möglich! Das ist jedoch nicht im Sinne der echten Homöopathie (siehe auch Absatz Unterscheide homöopathisch hergestellte Globuli von der Methode der Homöopathie).

Daher biete ich als Homöopath und Heilpraktiker in München bei Heuschnupfen eine andere und tiefergehende Form der Behandlung an: Konstitutionsbehandlung mit Klassischer Homöopathie.

Dauer der homöopathischen Behandlung des Heuschnupfens

Heuschnupfen bzw. Allergien allgemein reagieren meist recht gut auf eine homöopathische Behandlung.

Geduld und Ausdauer führen zum Ziel

Dennoch sind Allergien keine einfachen, „oberflächlichen“ Beschwerden, sondern Zeichen einer tieferliegenden Störung! Daher bedarf es einer gewissen Geduld und Ausdauer mit dem eigenen Heilungsprozess, wenn es um echte Ausheilung und nicht um reine Symptomunterdrückung gehen soll.

Je nach der medizinischen Vorgeschichte (Krankheitsgeschichte) des Patienten, den bisher erfolgten (symptomunterdrückenden) Behandlungsmaßnahmen sowie dem „Zustand“ der autonomen Selbstheilungskraft kann es erfahrungsgemäß zwischen zwei und vier Jahren dauern, bis die Ordnung im Abwehrsystem wieder weitgehend hergestellt ist und die allergischen Reaktionen abklingen.

Wie läuft eine homöopathische Behandlung bei Heuschnupfen ab?

Symptom-Gesamtheit nutzen als Hinweisgeber zum passenden Heilimpuls

Im Rahmen einer klassisch-homöopathischen Behandlung des Heuschnupfens ist es wesentlich, individuelle und charakteristische Feinheiten der Symptome herauszuarbeiten. Denn keine zwei Heuschnupfenpatienten gleichen sich und auch das Erkrankungsbild ist in seinen Feinheiten individuell. Weiterhin erkunde ich kurz Ihre Lebenssituation vor und zur Zeit des erstmaligen Auftretens und suche weitere mögliche Auslöser sowie Verschlechterungs- und Verbesserungsfaktoren.

Aus dieser Symptomengesamtheit – dessen Gesamtbild immer mehr ist als nur die Summe seiner Einzelsymptome – wähle ich dann ein passendes homöopathisches Arzneimittel auf der Grundlage des sogenannten homöopathischen Ähnlichkeitsgesetzes aus. Weitere homöopathische Heilmittel in Einzelgaben folgen je nach individueller Ausprägung, Charakteristik und Veränderung im aktuellen Beschwerdebild. So werden nacheinander wirksame Heil-Impulse gesetzt, welche ordnend auf Ihre Selbstheilungskräfte, Ihre Eigenregulationsfähigkeit und darüber auf das Abwehrsystem einwirken.

Mögliche Heilmittel der Homöopathie bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an häufig in der Konstitutionsbehandlung verwendeten homöopathischen Arzneimitteln. Zur Verdeutlichung der homöopathischen Vorgehensweise skizziere ich zwei wichtige homöopathische Arzneimittel bei Heuschnupfen etwas ausführlicher:

Machen Sie keine langdauernde symptomatische Selbstbehandlung!

Von einer längerdauernden, rein symptomatischen Selbstbehandlung mit homöopathischen Globuli gegen Heuschnupfen-Allergie rate ich dringend ab. Eines der Hauptprobleme ist die Gefahr einer Chronifizierung, Vertiefung und Verkomplizierung Ihrer Pollenallergie durch Symptomverschiebung bzw. -unterdrückung (s.a. Symptome / Komplikationen / Kreuzallergie).

Bitte beachten Sie auch: Folgende Mittelbeschreibungen sind Ergebnisse sog. homöopathischer Arzneimittelprüfungen und dienen hier ausschließlich der Veranschaulichung der homöopathischen Methodik. Sie stellen keinen Aufruf zur homöopathischen Selbstbehandlung dar!

Natrium Muriaticum:

  • Reserviert, ernst und gefühlskontrolliert, weicht Trost aus

    Körperlich lokal: Heuschnupfen mit wässriger, durchsichtiger oder auch eiweißartiger / weißlicher und oft salziger Absonderung aus der Nase (oft linksseitig). Kratzendes Gefühl in der Nase. Nießattacken oder erfolgloser Niesreiz. Gefühl, als wären Augen vergrößert oder geschwollen. Stark gerötete, brennende, „sandige“ und tränende Augen, Fremdkörpergefühl, verschwommenes Sehen. Trockene, rissige Lippen, gelegentlich gemeinsames Auftreten mit Lippenherpes. Salziger Mundgeschmack, verminderter, verlorener Geschmack. Starke Müdigkeit und Rückzugsbedürfnis. Beschwerden oft morgens, vormittags, durch körperliche wie geistige Anstrengung, (Sonnen-)Hitze / heiße Anwendung und Wind schlimmer. Kalte Anwendung (z.B. Kompressen, Spülungen) bessert meist. Meist durstig, trinkt teilweise große Mengen. Und natürlich viele weitere körperliche Feinheiten, welche das Arzneimittelbild bestätigen würden…

  • Seelischer Hintergrund: Zurückhaltend, reserviert, ernst und beobachtend. Wirkt vielleicht verträumt. Diskret, verlässlich, loyal und treu. Ist gern allein / macht vieles gern allein, ist nicht so gern unter fremden Menschen, hat gern einen vertrauten Freund, eine beste Freundin. Pflichtbewusst, perfektionistisch, sehr selbstkritisch. Gibt sich bedürfnislos, wehrt Hilfe, Unterstützung, Trost und Mitleid ab, sucht jedoch (rationales, sachliches) Verständnis. Ist anderen gegenüber sehr hilfsbereit (bis zum Helfersyndrom), ist oft der Kummerkasten anderer, kann gut zuhören. Ist innerlich (verborgen) sehr sensibel und leicht verletzbar. Loslassen fällt sehr schwer, hält an altem Kummer fest, ist nachtragend. Emotionen werden daher stark verdrängt bzw. unterdrückt (Mauer ums Herz) und oft dem (ungefährlicheren) Rationalen geopfert: Gefühlskontrolliert, Weinen fällt schwer! Starke Gefühle und melancholische Grundstimmung schwingen verborgen im Hintergrund mit. Pessimistische Grundhaltung. Autoaggressive Tendenzen (gutes psychosomatisches Beispiel für den Angriff der eigenen Grenzen bzw. Schleimhäute durch das eigene Abwehrsystem).
  • Auslöser: Heuschnupfen könnte beispielsweise nach emotionaler Verletzung (Enttäuschung / enttäuschte Liebe, Zurückweisung / Ablehnung, Misshandlung / Missbrauch), Verlust geliebter Menschen oder Haustiere, im Rahmen einer „Depression“ (einer tiefsten und angstauslösenden Enttäuschung) auftreten. Weitere Auslöser können sein: Starke körperliche Anstrengung, Überhitzung / Sommerhitze / starke Sonnenbestrahlung, Meeresluft / Aufenthalt am Meer…

Pulsatilla:

  • Sehr gefühlsbetont, anhänglich und Trost suchend

    Körperlich lokal: Heuschnupfen mit wässriger, milder Absonderung aus der Nase, welche sich im Freien deutlich verstärkt. Absonderung kann auch gelblich werden. Abends oft verstopfte Nase, v.a. im (warmen, geschlossenen) Zimmer. Starker, häufiger Niesreiz, v.a. nach Kribbeln in der Nase. Sehr starkes Tränen, Jucken und Brennen der Augen. Die Augen sind auch häufig trocken (sandiges Gefühl), v.a. im (warmen) Zimmer. Die Bindehaut kann sich eitrig entzünden (eitrige Konjunktivitis). Verminderter Geschmack, Geschmacksverlust. Symptome oft abends, im Sommer / bei (Sonnen-)Hitze bzw. Überhitzung / bei warmer Anwendung schlimmer, während Abkühlung / kalte Anwendung (Kompressen) / Klimaanlage und leichte Bewegung bessert. Kann auch schlimmer werden, wenn alleingelassen und wird besser in vertrauter / lieber Gesellschaft. Kaum Durst, muss sich zum Trinken zwingen! Wirkt öfters „hitzig“ im Gesicht (Röte durch Stauung). Öfters wechselhafte und widersprüchliche Symptome. Und natürlich viele weitere körperliche Feinheiten…

  • Seelischer Hintergrund: Schnell entmutigt, wirkt irgendwie hilflos und unselbständig, unbeständig, weich und nachgiebig, naiv und leichtgläubig, ängstlich, weinerlich (ganz nah am Wasser gebaut), langsam und träge. Sehr gefühlsbetont, kokettiert (flirtet) gern, bedürftig (großer Liebeshunger, will gefallen), anhänglich, fürsorglich, großes Herz, sucht Nähe, Verständnis, Mitgefühl und Trost. Sehr launisch (wechselhafte Stimmungslage), unüberlegt / impulsiv, widersprüchlich und reizbar. Gefühlsdominat, manipulierend und besitzergreifend! Fühlt sich schnell verlassen (emotional ungeborgen), braucht meist jemand um sich herum, ist gern in Gesellschaft („Herdentier“), Familienmensch / „Versorgertyp“ bis zur „Glucke“.
  • Auslöser: Heuschnupfen könnte beispielsweise auftreten nach Verlust einer wichtigen emotionalen Beziehung bzw. nach Erleben einer Phase der starken emotionalen Ungeborgenheit. Ablehnung durch Partner / Partnerin, Eifersucht, unterdrückte Sexualität bzw. durch Unterdrücken des zärtlich-sexuellen Verlangens. Weitere Auslöser können sein: Unterdrückung von Ausscheidungsprozessen (v.a. an Schleimhäuten!) und Fieber, unangemessener Gebrauch allopathischer (symptomverdrängender) Medikamente wie beispielsweise fiebersenkende Mittel, Antibiotika, Narkotika… Sommerhitze / Überhitzung oder Kälte- und/oder Nässereize.

Weitere wichtige homöopathische Arzneimittel bei Heuschnupfen / Pollenallergie: Lycopodium (Stress!), Nux Vomica (Stress!), Sulfur, Phosphorus, Calcium carbonicum, Sepia, Silicea und Rhus Toxicodendron.

Weitere Heilmittel, die man noch im Hinterkopf haben sollte: Allium cepa, Hepar sulfuris, Arsenicum album, Belladonna, Nitricum Acidum, Mercurius, Kalium Bichromicum, Dulcamara, Triticum Vulgare, Sabadilla, Euphrasia, Apis, Gelsemium, Psorinum, Tuberculinum…

Wichtiges Akutmittel – oft missbraucht!

Allium Cepa (Küchenzwiebel) gehört mit zu den am meisten symptomatisch missbrauchten homöopathischen Globuli bei akutem Heuschnupfen mit wässrigem, brennendem, wundfressendem, teils auch blutigem Sekret! Die Globuli werden meist in häufigen Wiederholungen eingenommen, was zur Symptomunterdrückung führen kann! Als Einzelgabe in der angemessenen Potenz (z.B. C30) bei wirklich passenden (= ähnlichen) Beschwerden eingesetzt, kann Allium Cepa Akutbeschwerden jedoch schnell lindern. Die allergische Neigung bleibt jedoch unbeeinflusst, da es ein zu oberflächlich wirkendes Heilmittel ist!

Was ist Heuschnupfen? Zurück zum Artikel Was ist Heuschnupfen / allergischer Schnupfen? Allgemeines, Auslöser / „Ursachen“

Symptome, Komplikationen Zurück zum Artikel Symptome des Heuschnupfens, Begleiterscheinungen, Komplikationen, Kreuzallergie

Was hilft? Zurück zum Artikel Vorbeugung und Hilfe zur Selbsthilfe bei Heuschnupfen / Pollenallergie

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©2013 Heilpraktiker Dieter Wolf in München: Bei Interesse an einer Beratung zu Heuschnupfen oder Behandlung mit Klassischer Homöopathie kontaktieren Sie mich unter 089 55279888.
Rechtliche Hinweise: Dieser Artikel dient Ihrer Information über die Methodik der Klassischen Homöopathie in München und stellt keine Anleitung zur homöopathischen Selbstbehandlung dar. Bei den oben aufgelisteten Beschwerden konsultieren Sie einen Heilpraktiker oder Arzt! Bei den auf diesen Webseiten vorgestellten Behandlungsmethoden / Arzneimitteln handelt es sich um Methoden / Arzneimittel der naturheilkundlichen bzw. homöopathischen Erfahrungsmedizin, die nicht zwangsläufig zu den allgemein anerkannten schulmedizinischen Methoden / Arzneimitteln gehören. Daher: Alle getroffenen Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen der jeweiligen Therapierichtung bzw. deren Anwender selbst!

Aufklärender Hinweis zu den erläuterten homöopathischen Arzneimitteln lt. HWG §5: Die auf diesen Webseiten vorgestellten homöopathischen Arzneimittelbeschreibungen und die in Verbindung mit ihnen erwähnten körperlichen, seelischen und geistigen Beschwerden stellen keine Bewerbung dieser Mittel oder deren Indikationsgebiet im Sinne des HWG§5 dar, da im AMG §10 Abs.2Pkt.9 ein homöopathisches Mittel aufgrund der Besonderheit, subjektiven und individuellen Vorgehensweise der homöopathischen Methode keine Angabe einer therapeutischen Indikation erhält. Folglich: Die dargestellten Mittelbeschreibungen sind Ergebnisse sog. homöopathischer Arzneimittelprüfungen und dienen hier ausschließlich der Veranschaulichung der homöopathischen Methodik!

Kommentare (6)

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  1. 27. September 2016
    Sehr geehrter Herr Wolf. Vielen Dank für Ihre sehr ausführlich und toll geschriebenen Zeilen! Kann ich mich auf jeden Fall wieder finden. Da ich mich jetzt seit etwas über einem Jahr, Gott sei Dank, um mich selbst wieder "kümmern" darf, komme ich zu mir und werde sicher etwas in diese Richtung gegen meinen Heuschnupfen unternehmen. Kennen Sie denn zufällig einen kompetenten Kollegen/Kollegin in Oldenburg? Mit sonnigen Grüssen nach München Petra Kraft
    • 3. Oktober 2016
      Hallo Petra! Danke für die Blumen. Leider kenne ich in Oldenburg niemanden. Wenn Sie auf die Seite vkhd.de gehen, finden Sie evtl. unter PLZ-Therapeutensuche einen Klassischen Homöopathen in Ihrer Nähe. LG
  2. 8. August 2016
    Sehr gute Seite.
  3. 10. Juli 2016
    Hallo nach München. Danke für die gute Erklärung! Mit besten Grüßen aus dem Westerwald. Ingrid
  4. 26. August 2015
    Leider ist München so weit weg. Aber Danke für die kompetenten Seiten. :-) Yvonne Scharun aus Bottrop
    • 27. August 2015
      Hallo Yvonne! Danke für die "Blumen" und Grüße ins ferne Bottrop!