Was ist Heuschnupfen / allergischer Schnupfen?

Allgemeines zu Heuschnupfen und Pollenallergie

In einer Wiese sitzendes Mädchen hat Heuschnupfen, niest und schneuzt

Heuschnupfen
Eine Pollenallergie zur schönsten Zeit trübt nachhaltig Freude und Lebendigkeit

Heuschnupfen ist eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut, die häufig schon in der Kindheit beginnt, aber auch im Erwachsenenalter erstmalig auftreten kann. Allergien allgemein und Heuschnupfen im Besonderen sind seit vielen Jahren in Deutschland stetig am Zunehmen und von oft hartnäckiger Natur.

Was ist eine Allergie? Allergien sind entzündliche, überschießende Abwehrreaktionen unseres Immunsystems, von denen fast ein Drittel aller Deutschen betroffen sind. Heuschnupfen ist unter allen Allergien dabei die häufigste Form. Nicht nur im Frühjahr und im Sommer, immer häufiger auch im Spätherbst und selbst im Winter leiden Menschen an Heuschnupfen.

Warum dies? Nun, die Bezeichnung Heuschnupfen bezieht sich im Allgemeinen auf den Pollenflug von Pflanzen während deren Blütezeit. Und eben diese verlängert sich mit den veränderten klimatischen Bedingungen. So kann es selbst im Winter bei Plusgraden wie beispielsweise Anfang und Ende Januar 2013 Heuschnupfen in München geben (Mehrere Tage tagsüber zwischen 5 und 14°C), ausgelöst durch den Pollenflug der Frühblüher Hasel und Erle.

Doch auch andere Stoffe neben Pollen, wie z.B. Hausstaubmilben oder Katzenhaare bzw. Tierhaare können bei Inhalation allergischen Schnupfen (= allergische Rhinitis / Rhinitis allergica) auslösen. Die Symptome unterscheiden sich dabei in keiner Weise vom Heuschnupfen durch Pollen!

Allergische Rhinitis (allergiebedingte Entzündung der Nasenschleimhaut) ist das übergeordnete medizinische Diagnosewort bei Heuschnupfen. Die allergieauslösenden Stoffe selbst nennt man Allergene. Eingeatmete Allergene nennt man Inhalationsallergene.

Allergene sind zumeist harmlose Eiweiße bzw. Eiweißverbindungen, gegen die unser irritiertes Abwehrsystem „verschnupft“ reagiert. Und wenn als allergieauslösender Stoff ein Blütenpollen bzw. ein Gräserpollen identifiziert ist, spricht man eben von Heuschnupfen, Pollenallergie oder saisonaler allergischer Rhinitis. Bei allen anderen Schnupfen auslösenden allergischen Stoffen nennt man es nur allergischer Schnupfen bzw. allergische Rhinitis.

Da jede Pollenart ihre pflanzentypische „Flugzeit“ hat, treten die Beschwerden meist auch nur in einer bestimmten Phase auf. Hierüber informiert ein sogenannter Pollenflugkalender oder die tägliche Pollenflugvorhersage die betroffenen Allergiker.

Auslöser / „Ursachen“ von Heuschnupfen

Was passiert im Abwehrsystem?

Ein verwirrtes und überempfindliches Abwehrsystem unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind

Ein allergischer Schnupfen bzw. eine Pollenallergie oder Heuschnupfen entsteht aus einer bereits bestehenden Überempfindlichkeit (Intoleranz / Sensibilisierung) unseres Immunsystems gegen bestimmte Stoffe wie beispielsweise Blütenpollen. Das Immunsystem bildet hierzu spezielle Markierungsstoffe oder „Merkzettel“ aus, sogenannte IgE-Antikörper, welche sich das Allergen bzw. die Pollenart merken. Diese IgE-Antikörper werden von Abwehrzellen des Lymphgewebes in der Nähe des Atmungs- und Verdauungstraktes gebildet und heften sich an andere Zellen des Abwehrsystems (Mastzellen). Der Erstkontakt ist somit dem „Kennenlernen“ vorbehalten und bleibt vorerst nach außen symptomlos.

Erst wenn die sensibilisierten Mastzellen erneut in Kontakt mit der gleichen Pollenart kommen, beginnt die sogenannte Sofort-Reaktion, die Kampfphase. Man nennt diese Art der Allergie Typ-1-Allergie oder Allergie vom Soforttyp aufgrund der schnellen Entzündungsreaktion. Die Mastzellen schütten massiv Entzündungen startende Stoffe aus (sog. Entzündungsmediatoren) wie beispielsweise Histamin und andere. Weitere Abwehrzellen werden zusätzlich alarmiert und die Entzündungsreaktion breitet sich aus.

Heuschnupfen ist das Resultat von falschem Alarm an der Außen-Grenze des Körpers

Und wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne: Aus dem „falschen Alarm“ im Schleimhautmilieu resultieren dann die unangenehm spürbaren Symptome der Entzündung wie Rötung, Schwellung (Ödem), Hitzeempfinden bzw. Schmerz und Funktionseinschränkung im Gewebe. Der Heuschnupfen nimmt seinen Lauf.

Die Reaktionszeit zwischen dem zweiten Kontakt der Pollen auf der Schleimhaut und dem ersten Auftreten von spürbaren Symptomen beträgt dabei Sekunden bis Minuten. Es kann dann zeitversetzt nach einigen Stunden noch eine sogenannte Spätreaktion mit einer Verstärkung der Symptome auftreten.

Erklärungsversuche der Hintergründe

Was aber bringt unsere Abwehr in so ein großes Ungleichgewicht? Diese scheinbar so sinnlose Sensibilisierung gegen völlig Harmloses deutet auf ein wiederum bereits vor dem Erstkontakt mit dem Allergen bzw. Pollen bestehendes Ungleichgewicht in der Regulation der körpereigenen Abwehr hin! Die verwirrte und überreizte Abwehr identifiziert zwar körperfremde, aber harmlose (Eiweiß-)Stoffe unserer alltäglichen Umwelt bei Schleimhaukontakt plötzlich als bedrohlich.

Pollen und Abwehrsystem: Anzeiger und Auslöser, aber nicht „Ur-Sache“ des Ungleichgewichtes im Menschen

Ich sehe die „Ur-Sache“ des Heuschnupfens weder im Pollen noch im Abwehrsystem! Beide fungieren nur als Auslöser bzw. Vermittler. Warum das Abwehrsystem so überempfindlich, verwirrt und intolerant reagiert, darüber gibt es – je nach Welt- und Glaubensbild – verschiedene Erklärungsmodelle, die sich gegenseitig durchdringen:

  • Vererbt / Genetisch bedingt: Naja, wenn man in der herkömmlichen Medizin sonst nichts Greifbares findet, sagt man halt, es sei genetisch bedingt. Kann zum Teil schon stimmen, es gibt genetisch bedingte körperliche Schwachstellen, die je nach innerer Verfassung und Energie aktiviert werden. Aber beispielsweise ist es auch so, dass Embryos im Mutterleib von schwangeren Frauen, die auf dem Land leben und ständigen Kontakt zu „landtypischen“ Stoffen haben, später als Kinder im Leben wesentlich seltener allergisch bedingte Atemwegsprobleme bekommen.
    Außerdem baut sich genetische Information (DNS) aufgrund von Inwelt- und Umweltreizen ständig um! Es entstehen also immer ausreichend Möglichkeiten, dass defekte und fehlerhafte Gene („genetische Schwachstellen“) aussortiert und wieder neu aufgebaut werden. So gesehen halte ich die Genetik als Mitfaktor nicht für ausgeschlossen, jedoch für weit überbewertet! Sie ist halt für einen Mediziner eine allzu praktische Ausrede, wenn er mit seiner allopathischen, symptomverdrängenden Behandlung nicht recht weiterkommt.
  • Westlicher Lebensstil: Entfernung vom naturnahen Leben, zunehmende Verstädterung und Überzivilisierung (und damit einhergehende Verweichlichung), übertriebene Hygiene im Haushalt (mit zunehmendem „Desinfektionswahn“), übertriebene Angst vor Schmutz sowie Mikroorganismen und dadurch zuwenig Kontakt zu Schmutz, Bakterien, Parasiten etc. Dies führt beispielsweise zu einem untrainierten und degenerierten Immunsystem!
    • Allergien wie Heuschnupfen sind auf dem Lande seltener als in der Stadt: Allergien nehmen mit zunehmender Gemeindegröße zu. Auf dem Land und vor allem auf Bauernhöfen aufgewachsene Kinder haben seltener Allergien als Stadtkinder. Innenstadtkinder leiden häufiger an Allergien als Kinder, die im Randgürtel von Städten aufwachsen (Quelle 12).
    • In den Entwicklungsländern der sogenannten Dritten Welt mit wesentlich schlechteren Hygienestandards und nahem Haustierkontakt sind Allergien bzw. Heuschnupfen kaum anzutreffen!
  • Zunehmender Verkehr und exzessive Industrialisierung mit steigender Strahlungsbelastung (Elektrosmog, digitale und gepulste Hochfrequenz-Funkstrahlung durch Radio, TV, Mobilfunk, DECT… schwächt u.a. Funktionen im Abwehrsystem durch Störung der Zellkommunikation), Luft- und Bodenverschmutzung, massenhaft Umweltgifte / chemische Substanzen im Innen- und Außenraum, Pflanzenschutzmittel, Medikamente / Impfungen (toxische Chemie im Körper und aufgenommene Rückstände über Trinkwasser, Nahrungsmittel, industrielle Tiermast), chemiegeladene Körperpflegeprodukte, Feinstaubbelastung, Passivrauchen…
  • Schlechte Ernährungsgewohnheiten (Schwächung der Darmschleimhautbarriere / Irritation des darmassoziierten Abwehrsystems): Fast Food, zu viel Alkohol (enthält entzündungsstartendes Histamin!), zu viel Zucker, zu viel industriell hergestelltes Fleisch und Wurst (Medikamentenrückstände von Impfungen, Antibiotika, Hormonen, Beruhigungsmittel / Psychopharmaka, Masthilfen sowie Farbstoffe, Nitritpökelsalz, Gentechnik…), zu viele Fertiggerichte („industrielle Chemiegerichte“) mit unsinnigen und allergiepotenten Zusatzstoffen, beispielsweise synthetische Aromen, Konservierungsmittel oder Geschmacksverstärker wie Glutamat…
  • Körperlicher sowie emotionaler Dauer-Stress (Schwächt Energie und Lebenskraft, bremst Regeneration, verändert und untergräbt die Fähigkeit zur autonomen Selbstregulation, stört zutiefst vegetatives Nervensystem, Hormonsystem und Abwehrsystem!)
  • Psychosomatische, emotionale, seelische Einflüsse durch unförderlichen Umgang mit Lebens-Themen wie…

    Ganzheitliche Sicht beinhaltet alle Aspekte von Seele und Körper und schließt nichts aus

    • Emotionale Überempfindlichkeit und überzogene Abwehr von Fremdeinflüssen (die psychosomatisch bedingt unbewusst über den Körper ausgelebt werden, beispielsweise in Form einer Allergie bzw. des Heuschnupfens)
    • Ärger, Empörung, Zorn und Wut ( in Form gelebter, aber nicht bewusst in sich selbst wahrgenommener Aggression oder in Form unterdrückter Aggression bzw. Autoaggression: Unbewusst gegen sich selbst gerichtete, zerstörerische Energie)
    • Impulsive Lebendigkeit und voll gelebtes Leben mit den schönen und den schmutzigen, dunklen Seiten vs. Sterilität / Keimfreiheit / Schmutzfreiheit / Aggressionsfreiheit = Unlebendigkeit
    • Liebevolle und vertrauensvolle Hingabe und Öffnung der Welt bzw. den Menschen gegenüber vs. seelische Verletzung / Grenzkämpfe / Abgrenzung
  • Geschwächte, gestörte, blockierte Eigenregulationsfähigkeit (Selbstheilungskraft, Lebenskraft)

Vor allem die letzten vier Punkte sind aus dem ganzheitlichen Blickwinkel der Psychosomatik und der Klassischen Homöopathie gewichtige Faktoren für die starke Zunahme der Allergien und des Heuschnupfens. Verminderte Lebenskraft bzw. eine geschwächte autonome Regulationsfähigkeit führen zur langfristigen Bildung von inneren materiellen und energetischen Ungleichgewichten und so auch zu vermehrten Überempfindlichkeiten allen möglichen „normalen“ irdischen Einflüssen und Stoffen gegenüber.

Pollen als Auslöser für Heuschnupfen

Blütenpollen unterm Mikroskop betrachtetPollen sind winzige und harmlose Pflanzenpartikel wie Blütenstaub oder genauer Blütenpollen, Gräserpollen, Getreidepollen und Baumpollen, die der Vermehrung der Pflanzen dienen. Ein einzelnes Pollenkörnchen ist nur unter dem Mikroskop sichtbar. Das nebenstehende Bild zeigt eine 500-fache Vergrößerung. Der ovale Pollen in der linken unteren Ecke ist ca. 50 μm (0,05 mm) klein.

Zu den mit rund 90% am häufigsten Allergien auslösenden Pollenarten gehören die Pollen der Frühblüher Haselstrauch und Erle sowie die später blühenden Pflanzen wie Birke, Esche, Gräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia.

Letztere sei noch gesondert erwähnt: Das in Deutschland sich immer weiter ausbreitende beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia, ein Korbblütler). Es kann bereits in sehr geringer Pollen-Konzentration bei empfindlichen Personen sehr starke allergische Reaktionen auslösen. Durch die späte Blütezeit bis in den Oktober hinein, verlängert sich für einige Heuschnupfen-Allergiker so die Leidenszeit. Desweiteren kann ein Beißußpollen-Allergiker wegen der Ähnlichkeit der Pollen mit Ambrosia auch gegen Ambrosiapollen reagieren (Kreuzallergie siehe im Artikel Symptome des Heuschnupfens).

Auslöser für andere Arten allergisch bedingten Schnupfens

Letztlich kann jeder eingeatmete Kleinststoff auf entsprechend überempfindliche Menschen reizend wirken. Zu den restlichen ca. 10 % der allergischen Schnupfen auslösenden Stoffe gehören am häufigsten:

  • Hausstaubmilben (genauer: Deren Ausscheidungen) und Katzenhaare
  • Andere Tierhaare, z.B. Hundehaare, Pferdehaare…
  • Pilzsporen (Schimmelpilze)
  • Seltener bestimmte Staubpartikel im Feinstaub von Zigarettenrauch, Mehlstaub, Holzstaub, Rußpartikel usw.

Symptome, Komplikationen Weiter zum Artikel Symptome des Heuschnupfens, Begleiterscheinungen, Komplikationen, Kreuzallergie

Was hilft? Weiter zum Artikel Vorbeugung und Hilfe zur Selbsthilfe bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Ernährung & Hausmittel Weiter zum Artikel Ernährung und Hausmittel bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Homöopathie Weiter zum Artikel Homöopathie bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Hinweis: Dieser Artikel dient Ihrer Information über Heuschnupfen sowie der Verbreitung der Klassischen Homöopathie in München und stellt keine Anleitung zur homöopathischen Selbstbehandlung dar. Bei den oben beschriebenen Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Heilpraktiker oder Arzt!

©2013 Heilpraktiker Dieter Wolf in München: Bei Interesse an einer Beratung zu Heuschnupfen oder Behandlung mit Klassischer Homöopathie kontaktieren Sie mich unter 089 55279888.