Verlust der Körper-Seele-Einheit in der Medizin

Warum achtet die Schulmedizin (Allopathie) die Verbundenheit von Körper, Seele und Geist so wenig?

Der Mensch: Ein vielschichtiges Wesen aus Körper (Empfinden), Psyche (Fühlen, Denken, Intuieren) & vergessenem Geist (Spirit) - auf eine Tafel gemalt als body, soul, mind and spirit
Der Mensch: Ein vielschichtiges Wesen aus Körper (Empfinden), Psyche (Fühlen, Denken, Intuieren) & vergessenem Geist (Spirit)!

Es herrscht heute auf gängiger medizinisch-wissenschaftlicher Ebene eine relativ geringe Einsicht in ein lebendiges, natürliches und vor allem ganzheitliches Menschenbild vor, in dem der Geist die wesentliche (Heil-)Kraft darstellt. Daraus ergibt sich eine mangelnde Akzeptanz der dynamischen, erfahrbaren Wechselwirkungen von Mitwelt, sozialem Erleben, Körper, Psyche und Geist, mit dem sich ansatzweise die Psychosomatik oder die Psycho-Neuro-Immunologie beschäftigen. Im „alternativen“ Heilwesen, beispielsweise in der Klassischen Homöopathie oder Anthroposophie ist dieses ganzheitlich-holistische Menschenbild schon immer Normalität gewesen.

Doch warum grenzt und trennt sich die herkömmliche „Schulmedizin“ hier so ab und behandelt den Geist und seine Wirkung ins Körperliche hinein wie der Teufel das Weihwasser? Dies liegt aus meiner Sicht zum großen Teil an der noch weitverbreiteten analytisch-trennenden, materialistischen und sehr männlich-verstandesbetonten Sichtweise des kartesianischen bzw. rational-mechanistischen Welt- und Glaubensbildes aus der Zeit der „Aufklärung“, beginnend ca. mit dem 18. Jahrhundert. Dieses „maschinenartige“ Denken wirkt immer noch stark in unsere heutige Zeit hinein.

„Die Medizin hat leider einen sehr technischen Ansatz. Sie sieht den Menschen als Maschine, schaut auf den körperlichen Defekt und fängt dort mit der Reparatur an. Aber viele Patienten merken bereits, dass die reduzierte Maschinenmedizin zu wenig ist, sind unzufrieden mit diesen Reparaturwerkstätten für Menschen.“ [Prof. Dr. Dr. Christian Schubert/Quelle 15] 

Die Fragmentierung der Heilkunde

Das Ergebnis ist u.a. eine folgenreiche Fragmentierung und Zersplitterung der Heilkunde in viele unterschiedliche Gebiete:

  • Philosophie (Liebe zur Weisheit durch Ergründung der Welt und der menschlichen Existenz)
  • Spiritualität (Einsicht in ein allumfassendes, inneres, rein geistiges Wesen)
  • Biologie (Lehre der Lebewesen und belebten Natur)
  • Chemie (Lehre der Materie und deren Eigenschaften, Aufbau bzw. Umwandlung als Nachfolgerin der Alchemie)
  • Medizin (Heilkunde des Körpers, seiner Organe, Gewebe, Zellen und deren Störungen)
  • Pharmazie (Lehre der Wirkung von Arzneistoffen, Entwicklung, Herstellung, Prüfung von Arzneimitteln)
  • Psychiatrie und Psychologie (Heilkunde der „Hirn-Seele“ und deren „Störungen“)…

…sowie in immer weitere spezialisierte, voneinander fragmentierte Fachgebiete, die unverbunden Jahrzehnte lang vor sich hin wirkten. Im Bereich der modernen Medizin ist die Psychosomatik bzw. psychosomatische Medizin (neudeutsch: Mind-Body-Medicine), die Psycho-Neuro-(Endokrin-)Immunologie, die „biopsychosoziale Medizin“ oder auch die sog. „integrative Medizin“ der moderne – und längst überfällige – Versuch, alles wieder irgendwie unter einen Hut zu bringen! Kann dies gelingen, solange der Spirit als übergeordneter Bezugsrahmen ignoriert und ausgegrenzt bleibt? Zumindest wird damit der Rahmen der bisherigen maschinen-medizinischen Sicht auf den Menschen um einiges erweitert. Das lässt hoffen!

Homöopathie – auch Anthroposophie – fußt auf einem ganzheitlichen Menschenbild

Homöopathie – und auch Anthroposophie – achten Körper-, Seelen- und Geistesleben des Menschen, denken, sprechen und „be-Handeln“ dementsprechend
Diese Trennung hat beispielsweise die Anthroposophie oder auch die (Klassische) Homöopathie als medikamentöse Heilkunst einer Mind-Body-Medicine – trotz ihrer Entstehung zur Zeit der Aufklärung – nie vollzogen. Von Anfang an ging es dem Begründer Dr. Samuel Hahnemann darum, den ganzen Menschen mit Körper und Psyche, in seiner geistigen Lebenskraft sowie mit seiner konkreten Lebenssituation, seiner aktuellen Denk-, Fühl- und Lebensweise in die Behandlung mit einzubeziehen. Er suchte zwar, ganz ein Kind seiner Zeit, nach intellektuell und rational fassbaren Gesetzmäßigkeiten in der medizinischen Anwendung (und fand sie im Ähnlichkeitsgesetz = Resonanzgesetz sowie im Polaritätsgesetz).

Dr. Hahnemann vergaß dabei – im Gegensatz zu vielen seiner ärztlichen Kollegen – aber nicht, dass Menschen keine statischen Maschinen oder mechanisch-technischen Gebilde sind. Menschen sind empfindende, fühlende, mathematisch „unberechenbare“ Wesen, die in ein – niemals rein statisch-rational verstehbares – übergeordnetes Ganzes eingebunden sind! Der dogmatische, fast schon technokratische Glaube an die alles beherrschende, kontrollierende Allmacht (oder gar Hybris?) der nur der Materie zugewandten Technik und Naturwissenschaft war Hahnemann als ganzheitlich denkender und handelnder Wissenschaftler und Arzt fremd und unlogisch. Er wusste, dass Intellekt und Ratio nur einen kleinen Teil des Menschseins ausmacht, gleichberechtigt neben körperlicher Empfindung, Gefühl, Glaube und Intuition bzw. natürlichem Instinkt. Diesen Standpunkt teile ich.

Über Materialismus, Analyse, Rationalismus, Linearität & Kausalität – Ein kritischer Blick

Das heute immer noch weitgehend vorherrschende, aus meiner Sicht recht einseitige und enge, materialistische Welt- und Glaubensbild der Aufklärungszeit fußt auf den grundlegenden Prinzipien von:

Das mechanistische Weltbild reduziert den ganzen, lebendigen, beseelten und begeisterten Organismus auf dessen bloße Biochemie, Materie, Berechenbarkeit, Mechanik und seine Einzelteile
  1. Materialismus / Physikalismus & Mechanismus
  2. Detailorientierung und Analyse
  3. Rationalismus
  4. Linearität
  5. Kausalität

1. Materialismus (auch „Physikalismus“ genannt) & mechanistisches Weltbild

Nur Materielles (Physisches) als Substanz existiert, rein Geistiges existiert nicht, ebenso wenig wie „feinstoffliche Lebenskraft“. Emotionales und Mentales bzw. Geistiges – und hier ist Gehirn-Mind, nicht Spirit gemeint! – sind nicht durch Bezugnahme auf Immaterielles, Feinstoffliches, Energetisches oder rein Geistiges (Spirituelles) erklärbar.

Somit sind alle Phänomene in der Welt  bzw. der Natur auf rein materielle Interaktionen und mechanische Bewegungsgesetze zurückzuführen, selbiges gilt auch für Bewusstsein und Geist (Mind). Denken und Gedanken sind aus dieser Sicht eine physisch-elektro-chemisch-mechanische Eigenschaft des materiellen Körpers bzw. des Gehirns und seines Stoff-Wechsels. Frage: Hat jemand schon mal Gedanken oder Ideen in einem sezierten Gehirn gesehen? Ach `tschuldigung, ich vergaß: Denken ist ja die elektro-chemische Aktivierung von Neuronen-Netzwerken im Gehirn! Oder etwa nicht? Was, wenn wahrer Geist kein Gehirn zum Denken bräuchte und auch jenseits von Hirn „denken“ könnte?

Die Welt und der Mensch als beherrschbare Maschine & Macht euch die Erde untertan: Der Mensch als Herr und Besitzer der Natur?

Fixierung der Wahrnehmung auf Mechanik, Technik und Materie

Aber weiter: Der exakt berechenbare atomare und molekulare Aufbau der Materie, die im kleinsten aus Elementarteilchen besteht, ist die Grundlage allen (aus dieser Sichtweise anerkannten) Seins. Daraus wird geschlossen, dass alles Sein auf einen klaren, geradlinigen (= linearen), zielgerichteten Ursache-Wirkungsmechanismus festzulegen und dadurch auch exakt und mathematisch mit dem Intellekt – und seiner Erweiterung in technischen Apparaten – zu berechnen, zu steuern und zu kontrollieren ist.

Dies führt jedoch aus meiner Sicht zu einer verzerrten, reduktionistischen wie einseitigen Fixierung der Wahr-Nehmung auf Mechanik und Materie, Moleküle, Atome und (Elementar-) Teilchen. Alle anderen Bereiche des (menschlichen) Seins werden weitgehend ausgeblendet, verleugnet, verdrängt, unterdrückt und immer häufiger auch bekämpft. Dies schlägt sich im Falle der Homöopathie oder Anthroposophie in einer tendenziell negativen Medienberichterstattung nieder. Propaganda (neudeutsch PR), gepaart mit Finanzmacht und Wissenschaftsdogma, lässt grüßen!

Transformiert sich die materialistische Sicht?
Doch auch hier beginnt seit einigen Jahrzehnten ein langsamer Wandel, der aber meiner Erfahrung nach zumindest im medizinischen Bereich noch nicht in allen Geistern angekommen scheint: Getragen durch die (Bio-)Kybernetik, Synergismus und Chaosforschung, durch Denken in dynamischen und vernetzten Systemen (Systemtheorie, systemische Therapie) und durch – zum Teil für den begrenzten Verstand unverständliche – Erkenntnisse der Quantenphysik, wird das rein materialistische und mechanistische Weltbild nach und nach überholt!

2. Detailorientierung und Analyse: Warum, wieso, weshalb…?

Ganz sein, nicht fragmentiert in unseren Handlungen, im Leben, in jeder Art von Beziehung, das ist das eigentliche Wesen geistiger Gesundheit. [Jiddu Krishnamurti]
Der Begriff Analyse kommt vom altgriechischen Wort analysein: Auflösen, zergliedern / „Die Ganzheit auflösen“. Es meint die Zerlegung des Ganzen in seine Einzelteile, Fragmente und Details, um rational verstehen, berechnen, untersuchen und einordnen zu können, wieso und warum etwas funktioniert, wie es funktioniert bzw. warum etwas so ist, wie es ist.

Dabei dürfte eigentlich die systemisch-komplexe Vernetzung der Einzelelemente nicht außer Acht gelassen werden, was aber leider allzu oft geschieht! Die ungetrennte Gesamtheit ist eben weit mehr als nur die Summe seiner analysierten Einzelteile.

Haben wir den Überblick verloren im Dschungel der Details?

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile! [Aristoteles]
So kommt es z.B. im medizinischen Bereich zu einer verwirrenden und weitgehend immer noch unvernetzten Herausbildung unendlich vieler Fachrichtungen, wobei der eine Medizinexperte nicht weiß, was der andere macht! In diesem Zuge werden auch ständig neue Krankheitsbegriffe (= Diagnosen) erfunden und neue schematische Behandlungsarten propagiert, ohne jedoch dem Wesen von Krankheit jemals näher zu kommen oder sie gar zu besiegen. Sie erinnern sich: Der Mensch ist ja „Herr über die Natur“ und damit würde er auch gerne Herrscher über Leiden, Krankheit und Tod sein. Die Ganzheit und Ganzheitlichkeit tritt in den Hintergrund, der Überblick geht in einer fragmentierten Komplexität verloren. Der Leidtragende ist letztendlich der analysierte erkrankte Mensch, der als defekte Organ- und Gewebeansammlung gesehen wird, die es lokal am Ort des Symptomausdrucks zu reparieren gilt (= Symptombehandlung).

Im Übermaß angewendet, hinterlässt das alles eine fragmentierte, unübersichtliche, in allen Details bewertete, etikettierte, beurteilte (und verurteilte) Welt, in deren Fragmenten sich Menschen immer mehr verlieren und entfremden.

Jedoch: Analytisches Denken ist nicht per se schlecht!
Es kann uns beispielsweise dazu dienen, Erfahrungen nachträglich in einen Sinnzusammenhang einzuordnen und so verständnisvoller mit sich und anderen umgehen. Es hilft, komplexe Daten, Muster und Zusammenhänge zu erkennen, um hilfreiche Entscheidungen zu treffen. Querdenken = Kritisches Denken: Es hinterfragt herangetragene Informationen auf Sinnhaftigkeit in Bezug auf mein Welt- und Glaubensbild usw.

3. (Intellektueller) Rationalismus

KI-Algorithmen in Maschinen fällen Wertungen und Urteile über Menschen, deren Denkweisen und Handlungen, entscheiden über richtig und falsch, gut und böse. Welch schöne, neue Welt!
Rationalismus entspringt dem lateinischen Wort Ratio für Vernunft: Berechnende, urteilende, abgrenzende Vernunft (zur Begründung von Wissen, und leider auch für Herrschaft, Kontrolle und Machtmissbrauch).

Vernunft meint ein Erfassen der materiellen Realität mit dem Verstand als oberstes Prinzip der Wahr-Nehmung und die Deutung, Wertung, Beurteilung und Definition dieser Wahr-Nehmung. Alle anderen Wahrnehmungsquellen wie Empfindungen, Gefühle, Intuition bzw. Ahnungsvermögen und eigene Einsicht und Erfahrung werden als mehr oder weniger unsachlich und irrational abgelehnt, abgewertet. Im besten Fall belächelt, in schlimmsten Fall psychologisch u./o. medial eliminiert, sprich aus dem öffentlichen Raum verdrängt.

Expertokratie meets Technokratie

Diese oft sachzwangfixierte Rationalismus-Dominanz (fast möchte ich hier das Wort Hybris oder Diktatur gebrauchen) führt im Überzogenen und Negativen beispielsweise zu einem technischen Umwelt-, Natur- und Menschenverständnis, zu gefühlskaltem, quantitativem, einseitigem, zersplittertem Expertenwissen, zu „Fachidiotentum“, zur Verlagerung von demokratischen Entscheidungen in oft lebensfremde Expertengremien oder – ganz modern – auf KI-Algorithmen (Expertokratie meets Technokratie). Dies alles mündet in ausbeuterischer Umwelt- und Inweltverschmutzung oder in Abwertung und Verurteilung andersartiger Sichtweisen, wie wir medial schon längst in der schleichenden „Einengung des öffentlichen Debattenkorridors“ bemerken können bzw. könnten, wenn wir wollten. (→ siehe „C-Krise“-Protagonisten und deren Erlösungsfantasien in Gen-Spritzen)

Wohlwollende, mitfühlende und friedfertige Weisheit ist heute dringlicher denn je!
Was wir heute wieder verstärkt fördern sollten, wäre mehr qualitative, vernetzte, lebendige und v.a. mitfühlende, wohlwollende Weisheit und Erkenntnis. Dies bedeutet nicht, dass Vernunft und Verstand per se schlecht wären, aber in ihrer überbordenden Dominanz geraten Werte wie Vertrauen, Ehrlichkeit, Sanftmut, Güte und Geduld sowie geistige Offenheit zu stark in den Hintergrund. Und die seit Jahren beschleunigte Digitalisierung und KI-Entwicklung lässt mich hier nichts Gutes hoffen. Kalt-rationale KI-Algorithmen in Maschinen fällen Wertungen und Urteile über lebendige Wesen, deren Denkweisen und entscheiden über richtig und falsch, gut und böse. Welch schöne, neue Welt!

Verstand-Vernunft & Herz auf Augenhöhe!
Nochmal: Damit sei nichts gegen eine angemessene und „vernünftig-liebevolle“ Anwendung der Vernunft und des analytischen Intellekts an passender Stelle gesagt. Beispielsweise im Rahmen eines entwicklungstherapeutischen Prozesses (Stichwort Selbst-Erfahrung zum Thema Selbstliebe) nach der Erfahrung, nach einer längeren Krankheit oder einer durchgemachten Krise als zusammenfassender Rückblick, als Bewusstwerdung, Deutung und Sinngebung gemachter Empfindungen, Gefühle und Ahnungen = Erfahrungen! Erst aus dem allem zusammengenommen entsteht wirklichkeitsnahe Lebensweisheit, welche faktisches und theoretisch-abstraktes Wissen integriert, nicht abtrennt oder isoliert betrachtet.

4. Linearität (von Ursache und Wirkung)

Linearer Lösungsansatz: Die kurzsichtigen, symptomatischen „Lösungen“ von heute werden zu den Problemen von morgen!
Lineares Denken meint geradliniges, direktes, zielgerichtetes Denken in einfachen bzw. vereinfachenden Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.

Aus A resultiert B resultiert C, so haben wir es in der Schule gelernt. Kopfschmerz ⇒ Kopfschmerzmittel ⇒ Kopfschmerz weg!? Jein, denn der Schmerz ist immer noch da, nur eben symptomatisch betäubt und daher aus der Wahrnehmung verdrängt! Linear entspricht hier dem Satz „Das Ziel (Schmerzfreiheit) definiert den Weg (Unterdrückungsmittel)“, ohne noch links und rechts zu schauen, ohne systemisch zu denken, wo der Schmerz wohl herrührt, ohne groß unerwünschte Nebeneffekte, Begleiterscheinungen oder komplexe Wechselwirkungen zu beachten. Einmal ok, aber was, wenn dieses Vorgehen oft wiederholt wird?

Beispiel Medizin – Einfache, lineare Lösung von Beschwerden durch Symptombehandlung?

Im linearen Denken ist das Ziel die Hauptmotivation deines Tuns, der gegenwärtige Weg ist dabei nebensächlich ⇒ Deine gegenwärtige Präsenz wird einer Vor-Stellung geopfert!
Beispiel: Die symptomatisch ausgerichtete (Reparatur-) Medizin krankt an linearem Denken (= Ursache). Die Wirkung: Immer mehr Erkrankungen, Klinikeinweisungen und Todesfälle sind auf unerwünschte „Nebenwirkungen“ von (medikamentöser) Symptombehandlung zurückzuführen. Eine Folge von linearem Scheuklappendenken auf Seiten der Mediziner wie der Patienten in Kombi mit materialistisch-rational-analytischem Renditedenken der Pharmaindustrie. Groben Schätzungen zufolge fordert das lt. NDR (Quelle 16) und Barmer (Quelle 17) zw. 25.000-65.000 Todesopfer, lt. einem Papier (Quelle 19) der wissenschaftlichen Dienste des deutschen Bundestages zw. 16.000-58.000 Tote pro Jahr! Eine 1998 erstellte Metaanalyse (Quelle 18) prospektiver Studien aus den USA zeigte auf, das tödliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen schätzungsweise die viert- bis sechsthäufigste Todesursache sein könnten. Warum? Lineares Ursache-Wirkungs-Denken! Und dies alles taucht in den offiziellen Sterbestatistiken nicht auf!

Alternative systemisch-nichtlineares Denken?

Die Alternative dazu wäre komplexes, vernetztes, divergentes, zirkuläres, systemisches Denken, welches konventionelle Denkmuster tendenziell hinterfragt. „Der Weg ist das Ziel“ oder genauer: „Der Weg der gegenwärtigen Erfahrung ist das Ziel“ → Systemischen Denken kombiniert mit Achtsamkeit lässt deinem Bewusstsein Dinge am Wegesrand sichtbar werden, die mitunter die Richtung des Weges verändern zum Wohle des Ganzen!

Systemisch-nichtlineares Denken schließt eine Zielsetzung (= Erwartungshaltung / theoretische Vorstellung!) jedoch nicht völlig aus. Sie integriert ein mögliches Ziel in den dynamischen (Erfahrungs-) Weg, setzt aber den Schwerpunkt eher auf den Erfahrungsprozess als auf das rational anvisierte Endergebnis. Lineares Denken sucht zu vereinfachen und komplexe Sachverhalte greifbarer zu machen, was jedoch immer auf Kosten aller Informationen geht, die jenseits des begrenzt-linearen (Erfahrungs-)Weges liegen. Was da nicht stur linear beweisbar ist, kann also auch nicht sein und wird in der Regel einfach ignoriert! Aber auch hier gibt es immer mehr Veränderungen aufgrund der Ausdehnung systemisch-dynamischer Denkweisen (s. letzter Absatz „Materialismus).

Männliches vs. weibliches Denken?
Männliches Denken ist hier in der Tendenz eher linear, direkt und einordnend-abgrenzend-isolierend, während weibliches Denken eher nicht-linear, zirkulär und netzartig-systemisch-verbindend erscheint. Und dies ist bitte unabhängig vom körperlichen Geschlecht archetypisch-seelisch und nicht i.S.v. besser-schlechter zu verstehen! Wie wärs mit sowohl-als-auch, je nachdem? Im Negativen könnte man das erste als stur und kalt erleben, das zweite als abschweifend und nicht auf den Punkt kommend.

5. Kausalität (Ursache ⇒ Wirkung, Aktion ⇒ Reaktion)

…und mehr. Weiter geht´s weiter im 2. Artikelteil:


©2013, aktualisiert 02.11.25 und einen Teil in Teil 2 neu veröffentlicht • Heilpraktiker Dieter Wolf • Infos zu integrativer Medizin, Psychologie, Psychosomatik (Mind-Body-Medizin), Komplementär- / Alternativmedizin (z.B. Klassische Homöopathie), Achtsamkeit, Meditation, Philosophie, Spiritualität / „Ein Kurs in Wundern“, Soziologie, Gesellschaftskritisches und mehr…

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Martina F.

    Da ich zur Zeit eine ganzheitliche stationäre Therapie bezüglich chronischer Infektionen, chronischer Schmerzsymtomatik und Asthma mache, hat mir Ihr Artikel zusätzlich geholfen, dies zu verstehen und anzunehmen. Mein Weg ist richtig, denn ich benötige jetzt weder Schmerzmedikationen noch Kortison und Asthmasprays. Diese komplexe Heilmethode ist für mich absolut stimmig und ich freue mich über meine ersten Erfolge. Herzlichen Dank und liebe Grüße

    1. Dieter Wolf

      Hallo Martina! Gutes Gelingen weiterhin wünsche ich Ihnen! LG

  2. Michaela Felder

    Ausgesprochen ansprechende Gedanken, wirklich ganzheitlich! Schade, dass unsere „zivilisierte“ Welt dieses Wissen nicht lebt. So sind wir alle mehr oder weniger krank und leiden meist still unter dem Erlebten. Respekt vor Ihren Gedanken und dem Willen, immer noch hinzuzulernen. Ihre Gedanken geben Hoffnung… Weiter so – lieben Gruß Michaela Felder

    1. Dieter Wolf

      Liebe Frau Felder! Freut mich, dass mein Artikel Sie – und hoffentlich auch den einen oder anderen – berührt. Alles Gute!

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