Die freie Wahl zwischen Rechtgesinntheit & Falschgesinntheit, zwischen Vergebung & Recht haben wollen

Über die Begriffe der Rechtgesinntheit und der Falschgesinntheit führt uns Jesus im Ein Kurs in Wundern® in zwei, allen Erscheinungen dieser Welt zugrunde liegenden, Denksysteme ein. Als freie Geister haben wir ständig – bewusst oder unbewusst – die freie Wahl zwischen beiden. Daher ist es so wichtig, dass wir uns diese Wahlfreiheit eigenverantwortlich, klar und bewusst vor Augen halten und stets wissen, was wir wirklich wollen: Befreiung des Geistes vom Irrtum der Trennung und inneren Frieden durch Vergebung oder weiterhin Bindung an die für wahr genommene Welt mit Schuld- und Angstprojektionen, mit all ihren Verlockungen und Schatten, unlösbaren Konflikten und Polaritäten?
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„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: Die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen, die andre hebt gewaltsam sich vom zu den Gefilden hoher Ahnen“. So lässt Johann Wolfgang von Goethe seinen Protagonisten Faust ausrufen, der damit sehr deutlich seinen inneren Interessen- bzw. Zielkonflikt zwischen irdisch-körperlichen und himmlisch-geistigen Bedürfnissen ausdrückt.
Wähle: Ego vs. HEILIGER GEIST oder Falschgesinnt vs. Rechtgesinnt
Was meint Ein Kurs in Wundern mit Falschgesinnt?
Was meint Ein Kurs in Wundern mit Rechtgesinnt?
Die Rechtgesinntheit hingegen, das Denksystem des HEILIGEN GEISTES, zeigt uns einen Weg auf, in dem wir das trennende Denken der Welt verlernen können und uns geistig umschulen lassen. Ohne Zwang, frei- und bereitwillig. Es ist ein heilsames Umdenken, indem ich beginne die bislang nach außen projizierte Schuld und Angst zurückzunehmen und im eigenen Geist anzuschauen! Erst wenn ich sie ursächlich dort sehe, kann ich wählen, sie aufzugeben bzw. heilen zu lassen durch praktizierte Vergebung. Zur Erinnerung: Vergebung im Kurs ist die heilende Aufhebung der nach außen gerichteten Projektion der Schuld, um sie im eigenen Geist zu heilen und so letztlich den Trennungsglauben hinter sich zu lassen.
Falschgesinnt = falscher, schlechter, schuldiger Mensch?
Doch geben beide Begriffe auch Anlass zur Fehlinterpretation! Daher ganz kurz eine Erläuterung zu den Wortteilen „Recht…“ und „Falsch…“ in der „Gesinntheit“. Gesinntheit meint hier: Nach was steht meinem Geist der Sinn, was ist mein Ziel, wer will ich sein, wie will ich sein, wo will ich hin?
Innerhalb des weltlich-körperlichen, polaren, stets wechselhaften und instabilen Egodenkens existieren für uns scheinbar natürlicherweise die Polaritäten „richtig-falsch“ bzw. „wahr-falsch“ sowie „gut-schlecht“ bzw. „gut-böse“. Und oft genug glauben wir auch an den jeweiligen Pol und geben ihm so Wahrheitsgehalt. Doch hin und wieder in hellen Momenten wird uns klar, dass diese Pole nur unsere aktuellen, intellektuellen und subjektiven Meinungen, Deutungen, Wertungen, Urteile und Standpunkte ausdrücken, und eben nicht Wahrheit bzw. Endgültigkeit! Und leider geraten wir darüber oft genug in Trennung, Schuldprojektionen, Konflikt, Rechthaberei, Auseinander-Setzung, Streit und Krieg. Hier reibt sich das Ego die Hände, denn trennen und spalten ist schließlich sein Geschäft, ist Sinn und Zweck seiner Täuschung.
Falschgesinnt = Trennungsdenken der Besonderheit wegen & jederzeit korrigierbar!
Falschgesinntheit im Kurskontext meint somit nicht, dass ein verkörpertes Wesen, das in seinem Geist den Wunsch nach Besonderheit bzw. den Irrtum der Trennung für wahr hält, an sich unrichtig, falsch, schlecht oder gar böse und unwert wäre. Wenn wir dies so sehen würden, folgten wir der üblichen Definition von Sünde (und dies ist auch die Definition des Ego!), die Strafe und Buße zur „Vergebung“ oder besser Vergeltung fordert. Dies erzeugt automatisch Angst und produziert vielgestaltige Abwehr-, Flucht- und Projektionsmechanismen.
Nein, falschgesinnt denken meint schlicht und einfach, dass wir in unserem Geist die Besonderheit wählen, weil wir sie wollen. Wir wählen das Ego als Götzen bzw. Führer, wollen getrennt, autonom und individuell sein. Wir haben uns hierfür – auch wenn wir es wieder vergaßen – entschieden, mit allen Konsequenzen!
Und solange wir im Geist die materielle Welt und ihre Körper weiterhin wählen, akzeptieren wir – auch wenn es uns nicht gefällt – den Preis hierfür: Die „dunkle, ungerechte, negative, abgründige, böse, hasserfüllte und tödliche“ Seite der Welt, gemacht in unserem Geist. Diese projizieren wir jedoch ständig nach außen, im Versuch ihr zu entkommen, bekämpfen sie dort und meinen uns nun ständig gegen sie schützen, verteidigen und absichern zu müssen. Wir, die „Guten und Unschuldigen“, werden nun ständig vom „Schlechten und Bösen“ attackiert!
Der verlorene Sohn: Im Irrgarten des falschgesinnten Ego-Denksystems
Durch die Entscheidung im Geist für das Ego anstelle GOTTES tritt der Geist seine selbstgewählte Reise als „kleines Ich“ aus der Einheit in die Dualität an. Es ist eine Reise in und durch die manifestierte Welt der Trennung, Besonderheit, Unterschiede und Konflikte. Wir wollten diese Reise, sie ist unsere Entscheidung! Doch damit haben wir auch das Leid geboren sowie das Lichte auf Vergänglichkeit reduziert. Ob wir das so auf dem Schirm hatten? Oder sind wir einer Täuschung unterlegen und vergaßen nur zu lachen über diese wahnwitzige Idee?
Wie schon im 2. Teil unter der Überschrift „Was symbolisiert Ego in Ein Kurs in Wundern?“ erwähnt, steht das Ego und sein Denken ursächlich wie symbolisch für die neuschöpferische Trennungsidee im Geist sowie deren Fragmentierung und Projektion, aus der die Welt unserer Wahr-Nehmung und all ihrer Körper und Dinge entspringen.
Das Ego ist das Denksystem der Falschgesinntheit
Die zwei Ego-Teufelskreise im Ein Kurs in Wundern
Ein, wie die menschliche Geschichte beweist, nicht enden wollender Teufelskreis aus Schuld, Angst und Angriff entsteht, der einen zweiten Teufelskreis von Verteidigung und Gegenangriff (Vergeltung, Rache als „gerechter“ Gegenangriff) in Gang setzt. Das Ego fungiert über diesen manipulativen Mechanismus mit unserem gesamten Körper-Psyche-System als Abwehr gegen unser wahres SELBST in GOTT, weil sich das Ego davon in seiner Existenz – die auf unserem ersten Denkirrtum beruht – bedroht fühlt.
Dies ist die wahre Quelle des weltlichen, tagtäglichen Überlebenskampfes. Und so weiterdenkend spiegeln alle Körper und Begebenheiten der Welt immer nur wieder den einen Inhalt des Ego: Trennung, Spaltung, Schuld und Angst, damit wir im Vergessen bleiben und nicht beginnen, nach innen in den Geist zu blicken, wo alles begann!
Der sich in sich SELBST wiederfindende Sohn: Über die rechtgesinnte Brücke zurück NACHHAUSE
In dir existiert eine Brücke, die dich NACHHAUSE zum wahren SELBST geleitet. Links und rechts davon liegt die von dir gemachte Welt mit all ihren verlockenden Abzweigungen. Doch wenn du für dich entschieden hast, dass du dem inneren Ruf nach Heilung folgen willst, beginnen diese Seitenwege immer weniger zu glänzen und verlieren ihren Reiz für dich. Die Identifikation lässt nach! Noch hast du Bedenken, dies alles aufzugeben. Aber wie lange noch willst du warten auf das, was du aus vollem Herzen willst?
Wie schon im 2. Teil unter der Überschrift „Was symbolisiert GOTT bzw. der HEILIGE GEIST in Ein Kurs in Wundern?“ erwähnt, steht der HEILIGE GEIST ursächlich und symbolisch für das überbrückende, heilende Umdenken, dass deine Trennungsidee aufzuheben vermag. ER begleitet dich auf dem Nachhauseweg über die Brücke der wahren Wahrnehmung eines jetzt „glücklichen Traums“, ein heilsamer Zwischenschritt vor der Erkenntnis deiner QUELLE, in dem Schuld und Angst zu verblassen beginnen sowie innerer Frieden und Klarheit an Deutlichkeit zunimmt.
Ein Kurs in Wundern ist auch unbequeme Ehrlichkeit!
Allerdings kann es in der „Umkehrung des Denkens“, wie im Kurs ehrlicherweise erwähnt wird, phasenweise auch ein wenig ungemütlich werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, da der Geist zwischen den beiden Denksystemen hin und her pendelt. Verwirrung, aber auch mentaler Widerstand, kann das zu Beobachtende sein. Zitat:
„Die Brücke selbst ist nichts anderes als ein Übergang in der Betrachtungsweise der Wirklichkeit. Auf dieser [weltlichen] Seite ist alles, was du siehst, grob verzerrt und aus der Perspektive geraten. Was klein und unbedeutend ist, das wird aufgebauscht, und was stark und mächtig ist, das wird zurückgestutzt zu Kleinheit. Im Übergang gibt es eine Phase der Verwirrung, in der ein Gefühl tatsächlicher Desorientierung auftreten kann. Fürchte dich aber nicht davor, denn es bedeutet nur, dass du gewillt warst, den verzerrten Bezugsrahmen loszulassen, der deine Welt zusammenzuhalten schien…“
[„Die Brücke zur wirklichen Welt“, Textbuch Kap.16, VI, S. 346, Abs.7]
Der HEILIGE GEIST ist das Denksystem der Rechtgesinntheit
![Ein Kurs in Wundern [EKiW] - Foto vom Cover "Textbuch, Übungsbuch, Handbuch" Ein Kurs in Wundern [EKiW] - Foto vom Cover "Textbuch, Übungsbuch, Handbuch"](https://www.homoeopathiewolf.de/wp-content/uploads/2013/06/ein-kurs-in-wundern-in-muenchen.jpg)
Rechtgesinntheit basiert auf Verbindung und Zusammenarbeit, der Annahme von Schuldlosigkeit, Vertrauen, Glaube, liebender Güte (Selbstliebe und Nächstenliebe) und Mitgefühl (nicht Mitleid!) sowie Verständnis. Sie bestärkt Ehrlichkeit (Authentizität & Integrität), Toleranz, Sanftmut / Gewaltlosigkeit, Freude, Großzügigkeit, Geduld, geistige Offenheit und die Bereitwilligkeit zur Vergebung. In ihr geht es um das klärende Anschauen, Aufheben und Loslassen von Schuld und Angst (und genau das ist Vergebung).
Es geht um das Erzeugen eines machtvollen Gegengewichts zum manipulativen und destruktiven Denksystem des Egos. Dieses Gegengewicht sind einerseits die Entwicklung der oben genannten Tugenden, aber noch viel wichtiger: Der hingebungsvolle Kontakt zum HEILIGEN GEIST als „Verstärker“ dieser Tugenden, „Verbinder“ zu GOTT, „Aufheber“ unserer Schuld- und Angstgedanken und „Tröster“ in dunklen Stunden.
Du bist der Entscheider: Beobachte wachsam dein Denken und treffe deine Wahl!

Beide Denksysteme spiegeln innerhalb der Welt der Polarität die beiden grundlegenden Wahlmöglichkeiten in unserem gespaltenen Geist wider. Diese Freiheit der Wahl ist aus Sicht des Kurses die einzig echte Freiheit für uns.
Du bist das wählende Bewusstsein!
Übe dich in Achtsamkeit, Stille, Geduld und Beharrlichkeit sowie in Beherrschung und Disziplinierung deines Denkens! Du springst in Gedanken noch viel zu oft hin und her. Dabei könntest du jederzeit im Geist deinen Frieden, dein Glück, deine Erlösung wählen! Der „beobachtende Entscheider“ zwischen Befreiung und Gefangenschaft bist du, bin ich, sind wir! Immer, in jedem Augenblick, in jeder Situation und auch jetzt sofort! Willst du nicht entschlossen sein, deinen gegenwärtigen Zustand gegen einen besseren einzutauschen, und zwar einen, den du wirklich willst? Denn wonach du inständig verlangst, das wirst du sehen!
Hier ermuntert uns Ein Kurs in Wundern mithilfe des „Entscheiders“, der dritten Instanz in unserem Geist, uns immer öfter für die Rechtgesinntheit des HEILIGEN GEISTES anstatt für die Falschgesinntheit des Egos zu entscheiden. Denn die Rechtgesinntheit unserer Gedanken – und deren Auswirkung in weltlichen Handlungen – ist dabei ein wesentlicher, notwendiger und unerlässlicher Zwischenschritt auf der inneren Reise NACHHAUSE! Und genau auf diesen Zwischenschritt ist der Lehrinhalt des Kurses gerichtet.
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Dies war Teil 6 einer neunteiligen Artikelreihe über Ein Kurs in Wundern,
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• Ein Kurs in Wundern® & EKIW® sind markengeschützte Begriffe der Foundation for Inner Peace, USA.
• Verwendung der Begriffe, Zitate und Bilder mit freundlicher Duldung durch den deutschen Rechteinhaber Greuthof Verlag und Vertrieb GmbH, 79100 Freiburg i.Br
• Obige Zitate aus: „Ein Kurs in Wundern“, Textbuch/Übungsbuch/Handbuch für Lehrer, Greuthof Verlag, 5. Aufl. 2001
• Weitere Literatur: „Einführung in Ein Kurs in Wundern“, Kenneth Wapnick, Greuthof Verlag, 4. Aufl. 1996