Infos zu Tinnitus/Ohrgeräusche

Ohrgeräusche / Tinnitus – Signalgeber für den Umgang des Menschen mit Stress oder was der „Mann im Ohr“ einem sagen will

Mann hält sich das linke Ohr infolge dauerhaftem Tinnitus/Ohrgeräusch
Tinnitus – Ohrensausen, Ohren rauschen
Ein dauerhaftes Ohrgeräusch kann bei einigen Patienten starken Leidensdruck und depressive Beschwerden auslösen

Gelegentliche Ohrgeräusche (Tinnitus) wie Pfeifen, Piepen, Klingeln, Sausen oder Rauschen im Ohr kennt wahrscheinlich jeder Mensch. Wenn diese Ohrgeräusche jedoch immer häufiger auftreten oder gar anhaltend bleiben, dann werden sie oftmals eine nervige bis sehr quälende und Lebensqualität raubende Angelegenheit für die Betroffenen. Ein Entkommen ist nicht möglich, da man das Innenohr nicht einfach abschalten kann.

Allgemeines zu Tinnitus

Der Begriff Tinnitus kommt aus dem Lateinischen von „tinnire“ und bedeutet „Klingeln“. Tinnitus aurium meint folglich „Ohrenklingeln“. Oder einfach ausgedrückt: Ohrgeräusche, welche der Mensch im Ohr wahrnimmt, die jedoch keine akustische äußere Ursache haben und somit auch von niemand anderem gehört werden („Phantomgeräusch“).

Tinnitus ist meist Ausdruck einer Funktionsstörung der autonomen Regulationssysteme in Zeiten erhöhter innerer Anspannung und Zeichen für den „reizenden“ Umgang mit Stress!
Es handelt sich hierbei um keine sogenannten akustischen Halluzinationen oder das Hören von Stimmen. In der Literatur findet man auch noch öfters Begriffe wie Ohrensausen, Ohrenrauschen, Ohrenbrummen oder Ohrenpfeifen.

Meist Zeichen einer Funktionsstörung des Innenohrs

Ohrgeräusche sind physiologisch betrachtet zumeist Zeichen einer funktionellen Störung des Gehörorgans im Innenohr, bei der alle organischen Zell-Strukturen in Ordnung – also ohne medizinisch-organischen Befund – sind. Akuter Tinnitus hat eine hohe Tendenz zur Spontanheilung. Bei chronischem Tinnitus sieht dies allerdings anders aus.

Das „Phantomgeräusch“ kann durch Beeinträchtigung der Funktion der Haarzellen im Schneckengang des Innenohrs entstehen oder ist Ausdruck fehlerhafter elektrischer Impulse der Nervenzellen dieses Organs bzw. des weiterleitenden Hörnervs selbst. Auch im Gehirn im Bereich der Hörregion kann es zu solchen fehlgeleiteten Entladungen kommen.

Die wichtigsten Faktoren für Tinnitus:
Drei wesentliche physio-psychische Aspekte bei (chronischem) Tinnitus aus meiner Sicht als Heilpraktiker sind…

  1. Ungleichgewicht bzw. Fehlfunktion der autonomen körpereigenen Regulationssysteme: Betrifft bei Tinnitus vor allem das autonome, vegetative Nervensystem, welches die Kreislauf- und Gefäßsteuerung mitreguliert. Und über diese Regulierung läuft die zelluläre Stoffwechseltätigkeit und Nährstoffversorgung des Innenohrs bzw. seiner Schallreize aufnehmenden behaarten Sinneszellen durch die sog. Endolymph-Flüssigkeit. Ebenso wirkt das Vegetativum auf den Hörnerv und die Hörregion im Gehirn ein, welche für die Reizverarbeitung zuständig ist.
  2. Auslösend für diese Fehlregulationen im Nervensystem und Innenohr ist zuallermeist STRESS: Von außen einwirkende Stressfaktoren sowie innere Stressfaktoren  (z.B. Schuldgefühle, Ängste, Hilflosigkeit usw.) sowie der innere Umgang mit damit. Den primären Faktor sehe ich dabei weniger in den Stressfaktoren selbst, sondern v.a. wie ich als Mensch physisch und psychisch damit umgehe: Bewusst, achtsam, wohlwollend, annehmend, vergebend und selbstfürsorglich, oder unbewusst Signale übersehend, übergehend, verdrängend und unterdrückend. Dies ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Es hängt einerseits vom eigenen Bewusstseinszustand ab, andererseits vom Welt- und Glaubensbild des betroffenen Menschen.
  3. Viel Ruhe und Entspannung während der Beschwerden sind sehr hilfreich. Ebenso das Bewusstmachen der auslösenden Belastungsfaktoren und ein konstruktiver Umgang mit eigenen Ängsten sind wichtige Schritte auf dem Weg zur Gesundung! Langfristig sollte auf eine grundlegend achtsamere Lebensführung und „Entstressung“ des Lebens in Richtung mehr Gelassenheit geachtet werden. Dies gilt v.a. bei lang anhaltendem, chronischem Tinnitus.

Auslöser / Ursachen von (chronischem) Tinnitus

Ein anderer Ausdruck für Stress ist „Viel um die Ohren haben“ oder „Es kommt mir schon zu den Ohren raus!“
Die Auslöser für Ohrgeräusche sind sehr vielfältig und komplex. Stress, Leistungsdruck, seelische Probleme, mediale Reizüberflutung, steigende Lärmbelastung, nervale Engstellung von Blutgefäßen (im Innenohr), diverse reizende Medikamentenwirkstoffe, zunehmende Nieder- und v.a. Hochfrequenzbelastung (E-Smog) und anderweitige Erkrankungen wirken auf das autonome Nervensystem ein.

Tinnitus durch Stress, Reizüberflutung und seelische Anspannung

Aus meiner (ehemaligen) Praxiserfahrung in vielen Fällen psychosomatisch und funktionell bedingt, das heißt körperliche, emotionale und mentale Faktoren sowie äußere Stressoren spielen zusammen und bringen sich gegenseitig verstärkend in das Geschehen ein. Es sind dann keine organischen Ursachen auffindbar! → Auftreten des Tinnitus meist während oder nach Zeiten erhöhter seelischer Anspannung, Stress und Reizüberflutung:

  • Länger anhaltender (privater, familiärer, beruflicher, körperlicher, emotionaler, mentaler und negativ erlebter) Stress / Dauerstress: Führt über die Hormonachse zu verstärkter Cortisol-Ausschüttung, was in einem Teufelskreis letztendlich zu einer Überaktivität im Gehirn und einer Übererregbarkeit der Hörsinneszellen führt!
  • Stress infolge von hohem Erwartungsdruck, Leistungsfixierung / übermäßiger Ehrgeiz, „Helfersyndrom“, ständige Überlastung, Überforderung, Überarbeitung… bis zum Endzustand chronische Erschöpfung / „Burn Out“.
  • Im Hintergrund – teils verdrängt, verborgen, unbewusst – sitzen Sorgen und Ängste, die großen inneren Druck erzeugen: Z.B. Existenzangst, finanzielle Sorgen, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Angst nicht gut genug / stark genug / leistungsfähig genug zu sein, Angst nicht genug geliebt / anerkannt / wertgeschätzt zu werden, Angst keine gute Mutter / Vater / Versorger zu sein…
  • Auch übermäßiges Pflichtbewusstsein und Gewissenhaftigkeit, Perfektionismus und hohes Kontrollbedürfnis sowie (nicht eingestandene) Minderwertigkeitsgefühle, gehemmte / unterdrückte Aggression oder depressive Verstimmungen / Depressionen aufgrund belastend erlebter Ereignisse können auslösend wirken. All dies erzeugt teils immensen inneren Stress! Je länger dieser anhält, umso tiefgreifender ist dessen Wirkung auf Lebenskraft und autonome Regulationen im Organismus.
  • Der innere emotionale Druck und Stress kann sich auch durch eine erhöhte muskuläre Anspannung – teils mit Blutgefäß-Kompression – der Nacken- / Kaumuskulatur, einer Blockade / Fehlfunktion der Kiefergelenke und durch nächtliches Zähneknirschen bemerkbar machen, was allein schon den Tinnitus auslösen könnte (bzw. das eh schon volle „Stress-Fass“ zum Überlaufen bringt).

Lärm / Dauergeräusche, Schall- / Knall-Trauma

  • Häufig auslösend ist auch eine dauerhaft zu hohe Lärmbelastung. Diese erzeugt – auch unterschwellig wahrgenommen – inneren Dauerstress! Wobei Lärm in der subjektiven Wahrnehmung sehr verschieden beim Einzelnen ankommt: Empfindsamere Gemüter (Stichwort „Geräusch- oder Lärm-Hypersensibilität“) geraten durch Außengeräusche leichter in inneren Stress, wo robustere und lautere Typen oft weniger mitkriegen. Und schon ist Lärm als Auslöser auch wieder psychosomatisch, da er eben auch mit der Beeindruckbarkeit für äußere Einflüsse zu tun hat! Lärm betrifft die Stadtbevölkerung tendenziell stärker als die Landbevölkerung. Da Lärm in unserer Gesellschaft rasant zunimmt – v.a. durch starken Verkehrszuwachs, Freizeitmobilität und massive Verbreitung technischer Gerätschaften wie Laubbläser, Häcksler, Drohnen, „Outdoor-Telefonierer“ usw., wird dieser Faktor eine immer größere Belastung für viele Menschen.
  • Eine laute, schlagartig auftretende Schalleinwirkung (Schall- oder Knalltrauma), wo es im schlimmsten Fall zu einer irreparablen Schädigung von Sinneszellen im Innenohr kommen kann.

Durchblutungsstörung im Innenohr

  • Durchblutungsstörungen (v.a. bei akutem Tinnitus): Dahinter steckt meist wiederum Stress. Die Überlastung stört das autonom-vegetative Nervensystem und dies stellt Blutgefäße eng, welche unter anderem die Innenohr-Sinneszellen über die sog. Endolymphe und den Gehörnerv sowie die Hörregion im Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Diese Strukturen reagieren in der Folge z.B. mit der Fehlfunktion Ohrgeräusch / Tinnitus.

Flüssigkeitsstau im Innenohr

„Hydrops“ = krankhafte Flüssigkeitsansammlung (teils im Rahmen eines Morbus Menière, teils ohne) infolge gestörtem Mikrostoffwechsel

  • Ungleichgewicht in Bildung und/oder Abfluss der wässrigen Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) mit Anstieg des Flüssigkeitsdrucks im Innenohr. Dies irritiert die feinen Haarzellen und diese reagieren mit der Fehlfunktion von tieffrequenten Ohrgeräuschen (häufig Brummen) als Ausdruck der Störung.
  • Parallel dazu kann es zu Druckempfindungen im Ohr, Hörminderung („wattiges Hören“) und Schwindel kommen.
  • Bei gestressten Menschen bzw. psychischer Belastung findet sich der Hydrops auffallend häufig! (Regulationsstörung vegetatives Nervensystem!)

Elektrosmog, HF-/Hochfrequenz-Strahlung direkt am Kopf

  • 50 Hz-Elektrosmog: Verkabelter Schlafplatz, verkabelter Arbeitsplatz. V.a. der Schlafplatz / Bettbereich sollte dringend frei von Stromverkabelungen und sonstige elektromagnetischen Quellen jeder Art sein, da dies die Nachts stattfindende zelluläre Regenerationsphase stört!
  • Gepulste HF-Strahlung (oder korrekter: hochfrequente elektromagnetische Wellen): Häufige und/oder längere DECT- / Mobilfunk-Telefonate (direkt am Ohr), DECT-Basisstation, Mobilteil oder Handy eingeschaltet direkt neben Schlafplatz wirken ebenso als Stressor auf die zellulären und nervalen Strukturen ein.
  • Telefonate am Kopf kurz halten! Je länger einwirkend, desto eher „Zellstress“ auslösend. Bedenken Sie: Zellen kommunizieren u.a. über Elektrizität und Spannungspotentiale im mV-Bereich. Hierzu gab es schon viele Untersuchungen seit Ende der 1980er. Infos zu Telefonieren mit Handy z.B hier: diagnose-funk.org

Wirkstoffe von Arzneien

Medikamente: Als mögliche Nebenwirkung  – ein verharmlosender Begriff für „Vergiftungswirkung“ – mit Störung komplexer autonomer Regulationsprozesse. Erzeugen lokalen „Zellstress“…

  • Bekannt sind diverse chemische Medikamente wie Antidepressiva oder Chinidin, welches als Wirkstoff in Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen enthalten ist. Ebenso der häufig eingenommene Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der schmerzstillende, entzündungshemmende und blutverdünnende Eigenschaften hat oder der Wirkstoff Indometacin in Rheuma-Schmerzmitteln der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Dann auch harntreibende Entwässerungsmittel, sog. Schleifen-Diuretika mit den Wirkstoffen Furosemid, Torasemid, Bumetanid oder Piretanid. Die hochaggressive Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika (z.B. Streptomycin, Neomycin [letzteres ist in vielen Impfseren enthalten!!!]) können neben Nieren v.a. auch das Innenohr schädigen. Ebenso der Wirkstoff Doxycyclin oder Tetracyclin als Antibiotika aus der Klasse der Tetracycline. Aminophyllin oder Salbutamol sind Wirkstoffe, die bei chronischer Bronchitis oder Asthma Verwendung finden und viele andere chemische Wirkstoffe und Medikamente mehr…
  • Medikamentös wirkende Chemikalien manipulieren autonome körpereigene Regulationen besonders stark und verändern diese damit willkürlich. Kein Mediziner kann wirklich abschätzen, was diese Mittel in Wechselwirkung mit anderen Arzneistoffen im Körpersystem bewirken und wie die Langzeitfolgen – v.a. bei längerer Einnahme – auf die autonomen Regulationssysteme sind!
  • Die so häufig von Schulmedizinern reflexartig verordnete Kortison-Infusion (oder Tablettengabe) nach aufgetretenem akutem Tinnitus ist meiner Erfahrung nach – wenn überhaupt – nur symptomatisch wirksam. Viele meiner ehemaligen Patienten bekamen so eine Infusion, das Ohrgeräusch blieb jedoch wenn überhaupt – nur kurzzeitig aus und kam nach kurzer Zeit teilweise sogar verstärkt zurück!

Tinnitus im Rahmen anderer Beschwerden / bestehender Erkrankungen

Beispielsweise bei…

  • Hörsturz: Plötzlich auftretende und oft einseitige Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit bis zum völligen Hörverlust. Ebenfalls wie Tinnitus meist druck- und stressbedingt, also funktionell und psychosomatisch!
  • Morbus Menière: Drehschwindel, zunehmender Druck im betroffenen Ohr, anfallartige Ohrgeräusche, einseitige Hörstörungen, Schwerhörigkeit bis zum Hörverlust. Ebenfalls wie Tinnitus meist druck- und stressbedingt!
  • Ohrenschmalzpfropf oder Fremdkörper im Gehörgang
  • Otosklerose: Verknöcherung / Versteifung / „Verkalkung“ des beweglichen Steigbügelknochens im Mittelohr
  • Hyperglobulinämie (zu viel Globulin-Eiweiße im Blutserum), Anämie (Verminderung bestimmter Globin-Eiweiße im Blutserum und zwar des Sauerstoff transportierenden Hämoglobin und in der Folge Sauerstoff-Unterversorgung des Innenohrs)
  • Herz-Kreislauferkrankungen, Halsschlagaderverengung (= Karotis-Stenose, erzeugen pulssynchrones Geräusch, dringend mit Ultraschall abklären lassen!!!), deutlicher Bluthochdruck, Gefäßmissbildungen
  • Probleme im Halswirbelbereich / HWS-Verletzungen (mit evtl. Kompression der den Kopfbereich versorgenden Blutgefäße), Kiefergelenksbeschwerden (craniomandibuläre Dysfunktion), starke muskuläre Spannungen im Hals-, Nacken-, Kieferbereich
  • Beschwerden der Nasennebenhöhlen / „Sinusitis“, Entzündungsprozesse im Ohr- / Hörnervbereich (z.B. Mittelohrentzündung / „Otitis media“)
  • Verletzungen im Kopfbereich / Schädel-Hirn-Trauma
  • Äußerst selten „Akustikusneurinome“ (gutartiger Tumor des Gewebes des Hör- und Gleichgewichtsnervs) oder Gefäßtumore

„Rauschen im Ohr“ – Symptome des Tinnitus

  • Ohrgeräusche = Sie hören im Ohr ein Geräusch, dass außer Ihnen niemand hört!
  • Die Arten der subjektiv wahrgenommenen Geräusche sind äußerst vielfältig und erscheinen in den unterschiedlichsten Tonlagen und Rhythmen: Blasen, Brummen im Ohr, Donnern, explosionsartig, Flattern, Flüstern, wie Glockenläuten / Geläute / Läuten, Glucksen, wie ein Gong, Grollen, Hämmern, Klatschen, Klingeln, Knacken im Ohr, Knallen / knallartig, Knistern / Prasseln, wie Musik, Pfeifen, Pulsieren / Pochen, Rascheln, Rauschen im Ohr, Sausen / Brausen, Schnalzen, Schwappen / Plätschern, Schwirren / Sausen, Singen, Summen im Ohr, synchron mit dem Pulsschlag, Widerhall / Echos, wie Wind im Ohr, Zirpen / Zwitschern, hoch tönendes Zischen oder Piepen…
  • Ein- oder beidseitig auftretend
  • Gleichmäßig in der Frequenz, an- und abschwellend oder pulssynchron
  • Anfallweise erscheinend oder (fast) dauerhaft anwesend
  • In bestimmten Situationen, bei bestimmten Gedanken, Gefühlen oder Handlungen, zu bestimmten Tageszeiten oder Tätigkeiten bzw. Bewegungen und Körperhaltungen verstärkt auftretend oder abgeschwächt. (Oft ist das Geräusch in Ruhe bzw. nachts stärker wahrnehmbar, da Ablenkung und „Tageslärm“ meist etwas bessert.)
  • In der Lautstärke kaum hörbar und gut zu ertragen bis sehr störend und die Lebensqualität stark beeinträchtigend
  • Öfters auch in Kombination mit anderen – teils rein funktionellen – Beschwerden auftretend

Begleiterscheinungen des „Ohrenrauschens“

  • Hörstörungen! (sehr häufig):
      • Meist bei chronischem Tinnitus → Hörminderung, Schwerhörigkeit bis zum (vorübergehenden) Gehörverlust
      • Seltener → Allgemein erhöhte Geräusch-Hypersensibilität (Hyperakusis): Jemand, der eh schon geräuschempfindlich ist, dem kann das zusätzliche Ohrgeräusch noch mehr auf die Nerven gehen und dies kann sich dann z.B. durch erhöhte Reizbarkeit gegenüber anderen zeigen. Andererseits können Umgebungsgeräusche oder Musik aber auch vom eigenen Ohrgeräusch ablenken und so zumindest vorübergehend eine ablenkende „Besserung“ vermitteln.
  • Ohrschmerzen, Druckgefühl im Kopfbereich / Kopfdruck, Kopfschmerzen / „Migräne“ und Schwindel
  • Schleimhautschwellungen im Nasen- und Nebenhöhlenbereich, Druckempfindung in den Nebenhöhlen als Symptome einer Gefäß- und Gewebe-Flüssigkeitsstauung im Kopfbereich. Auch dies können Zeichen inneren Drucks und Anspannung sein!
  • Allgemein erhöhte muskuläre Anspannung, verspannte Nacken- oder Kiefergelenkmuskulatur, (nächtliches) Zähneknirschen, (morgens) angespannte bis steife Kaumuskeln
  • Konzentrationsstörungen: Konzentrations- und Sammlungsfähigkeit kann durch den Tinnitus reduziert sein oder gar unmöglich
  • Einschlafschwierigkeiten, Schlafstörungen wie häufiges Aufwachen bzw. zuwenig oder unerholsamer Schlaf können die Folge sein
  • Je nach Stärke des Tinnitus entsteht ein seelischer Leidensdruck, der im ungünstigen Fall eine normale Lebensführung schwierig macht: Man hat das Gefühl, mit den Beschwerden nicht verstanden zu werden, oft wird von Medizinerseite aus bagatellisiert! Rückzug aus dem sozialen Leben, Desinteresse, Antriebslosigkeit, Denkstörungen, depressive Verstimmungen / Depressionen, Angstzustände… und weiter verstärkter innerer Stress können die Folge sein.

Verstärkungsfaktoren des „Ohrenklingelns“

  • Allgemein reduzierte Lebenskraft / Vitalität, Müdigkeit / Erschöpfung / Schwächezustände, „Burn Out“
  • Zusätzlicher Stress / Anforderungsdruck / (innere) Konflikte, starke innere Unruhe, andauernde Nervosität / erhöhte nervale Reizbarkeit verstärken das eh schon Unangenehme noch mehr!
  • Die Symptomatik verstärkend (und begleitend) wirken auch geringes oder instabiles Selbstvertrauen, starke innere Unsicherheit, Ängste, Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen / Depressionen und eine allgemein pessimistische Lebenshaltung.
  • Durch Rauchen kann Tinnitus gefördert werden: Nikotin ist ein allgemein gefäßverengender, die Durchblutung verschlechternder und lokal die Symptomatik der Ohrgeräusche verstärkender Nerven-Reizstoff, weil er die Funktion der Hörsinneszellen stört.
  • Kaffee: Koffein ist ein Nerven anregender Wirkstoff
  • Allgemein erhöhte muskuläre Anspannung, verspannte Nacken- oder Kiefergelenkmuskulatur, (nächtliches) Zähneknirschen!
  • Bereits vorhandene Schwerhörigkeit durch „Verkalkung“ bzw. Verhärtung und nachfolgende Bewegungseinschränkung der Gehörknöchelchen (Otosklerose) bedingt oftmals auch auftretende Ohrgeräusche. Die meisten Schwerhörigen leiden unter Ohrgeräuschen und ca. die Hälfte unter Ohrgeräuschen Leidenden hören auch schwer.

Was tun, wie behandeln, was hilft bei Tinnitus?

Tja, die herrschende Medizin tappt hier weitgehend im Dunklen, da sie sich – aus meiner Sicht – zu sehr auf die rein materiell-körperlichen Belange stürzt. (siehe S3-Leitlinie der deutschen HNO-Gesellschaft)

  • Symptomatisch-medikamentös lässt sich lt. der S3-Leitlinie bei Tinnitus nicht viel machen. Es gibt Studien für und gegen die Sinnhaftigkeit von Cortison- (korrekter: Glucocorticoid-) Behandlungen. Mal scheinen sie zu wirken, dann wieder nicht, von Nebenwirkungen mal ganz abgesehen. Gingko und andere Naturpräparate, die getestet wurden bzw. Nahrungsergänzungsmittel scheinen auch kaum Wirkung zu haben.
  • Auf eine gute Aufklärung des Patienten und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Hilfe und Selbsthilfe (Selbsthilfegruppen) wird viel Wert gelegt.
  • Eine sog. „kognitive Verhaltenstherapie“  – ambulant oder stationär, je nach Schweregrad – wird empfohlen. Letztlich geht es hier – aus meiner Sicht – um eine tiefgreifendere Bewusstseinserweiterung bzw. Selbst-Erfahrung, um ein Hinterfragen des bisherigen Lebensweges und die daraus entstandenen Denkmuster / Glaubenssätze, emotionalen Ausdrücke, Ängste und Verhaltensweisen.
  • Bei chronischen Tinnitus mit starker Hörminderung scheinen Hörgeräte eine hilfreiche Überbrückung zu sein, um den Hörverlust auszugleichen.
  • Dann macht es natürlich Sinn, bestehende Erkrankungen zu behandeln, die einen Tinnitus auslösen können. Das könnte beispielsweise bei massiven Verspannungen oder Fehlstellungen im HWS-Kiefer-Bereich durch Osteopathie angegangen werden.
  • Ich selbst habe in meiner aktiven Zeit als Klassischer Homöopath rund 20 Tinnitus-Patienten mit gezielt ausgesuchten Homöopathika behandelt. Allerdings mit gemischtem Ergebnis: Bei einigen gab es deutliche und anhaltende Besserungen. Bei anderen nur leichte, und bei ca. der Hälfte keine wahrnehmbaren Besserungen auf das Ohrgeräusch bezogen. Mitentscheidend für einen Behandlungserfolg war aus meiner Sicht auch die Offenheit für eine psychologische bzw. spirituelle Begleitung und das Erlernen einer Entspannungstechnik bzw. eines Meditationsverfahrens. So konnten sie mit der Zeit zu nachhaltigen Veränderungen im Denken bewegt werden, was sich in wachsender Selbstfürsorge, Eigenverantwortung, positiverem Denken und veränderten Verhaltensweisen ausdrückte. Zumindest konnte ich es bei denen zurückverfolgen, die einige Jahre bei mir in Behandlung blieben.

Möge der passende Heilungsweg gesucht, und auch gefunden werden!


©2010, aktualisiert 11.08.25 • Heilpraktiker Dieter Wolf • Infos zu integrativer Medizin, Psychologie, Psychosomatik (Mind-Body-Medizin), Komplementär- / Alternativmedizin (z.B. Klassische Homöopathie), Achtsamkeit, Meditation, Philosophie, Spiritualität / „Ein Kurs in Wundern“, Soziologie, Gesellschaftskritisches und mehr…